Mit 12–14-Jährigen Glauben entdecken und erfahren

Konzeptionelle Entscheidungen (m)einer Konfirmandenarbeit
Von Pastor Volker Dobers

 

 

 

 

 

 

»Wer Christus finden soll ...« oder: Konfirmandinnen und Konfirmanden respektieren

Im Mittelpunkt der Konfirmandenarbeit stehen für mich die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sie sind keine unbeschriebenen Blätter. In die Begegnung mit der Kirchengemeinde bringen sie eine Fülle von Erfahrungen, Einstellungen, Fragen und Bewertungen mit. Hier finden sich die Ansatzpunkte zur Gestaltung der Konfirmandenzeit. Die Situation der Jugendlichen in der Konfirmandenzeit ist von Veränderungen geprägt: im Blick auf den eigenen Körper, das Elternhaus und das Erleben insgesamt. In diesem Zusammenhang werden Fragen nach Verankerung und Ausrichtung des eigenen Lebens wichtig.  
 

»... wo Christus ist und sein Glaube ...« oder: Christlichen Glauben kennen lernen

Die Konfirmandenzeit bietet die Chance, wesentliche Inhalte des christlichen Glaubens kennen zu lernen. Der Mensch ist durch Gott zur Freiheit berufen. Er soll diese Freiheit leben. Ich möchte Konfirmandinnen und Konfirmanden einladen, Erfahrungen mit dem christlichen Glauben zu machen und über diesen Glauben nachzudenken. Die Gestaltung der Konfirmandenzeit soll diesem Glauben entsprechen. Insofern versuche ich, die Konfirmandenarbeit gleichermaßen themen-, handlungs- und erfahrungsorientiert auszurichten.  
 

»... sehen, wie die glauben, leben und lehren« oder: Übungsfelder

»Learning by doing«, Lernen durch Vollzug gehört für mich zu den konzeptionellen Grundentscheidungen meiner Konfirmandenarbeit. Den Jugendlichen werden im Verlauf ihrer Konfirmandenzeit Teilhabemöglichkeiten eröffnet. Sie feiern Gottesdienste mit und gestalten zwei bis drei davon exemplarisch. Beiläufig üben sie gottesdienstliche Elemente im Rahmen der wöchentlichen Gruppenstunden ein. Sie erkunden Kirche, Friedhof und Orte der Diakonie, lernen Stilleübungen kennen, erleben sich in der Gruppe und werden ermutigt, (sich) zu bekennen. Glaube gewinnt für sie Gestalt im Singen und Beten, in der Feier des Abendmahls und der Begegnung mit Christinnen und Christen. Wichtige Informationen finden sich in einem Hefter der Konfirmandinnen und Konfirmanden wieder.  
 

»Kirche ist nicht Holz und Stein« oder: Erfahrungsräume

Fazit: Es muss in der Konfirmandenzeit etwas zu erkunden, zu bauen, auszuprobieren, zu unternehmen, zu befragen, zu erleben geben. Schon eine einfache pädagogische Regel sagt: »Wer etwas verstehen will, muss es entstehen sehen«. Mir wird immer wichtiger, Konfirmandinnen und Konfirmanden Erfahrungsräume für die Wahrnehmung von kirchengemeindlichem Leben und Spiritualität zu eröffnen.   
 

Der Reformator Martin Luther sagt im Jahre 1522: »Wer Christus finden soll, der muss zuerst die Kirche finden. Wie sollte man wissen, wo Christus ist und sein Glaube, wenn man nicht wüsste, wo seine Gläubigen sind ... Denn die Kirche ist nicht Holz und Stein, sondern der Haufen christusgläubiger Leute, zu denen muss man sich halten und sehen, wie die glauben, leben und lehren.«


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