Dürfen Brautpaare den Traugottesdienst mitgestalten?

Natürlich dürfen Brautpaare den Gottesdienst mitgestalten! Im Traugespräch wird gemeinsam mit dem Pastor nicht nur besprochen, was alles zu einem christlichen Traugottesdienst gehört, sondern auch, an welchen Stellen die Brautleute oder Freunde oder Familienangehörige einen besonderen Beitrag zum Gottesdienst leisten können. Musikalische Beiträge (live, nicht als "Konserve"), Texte, Gebete - all' das sind Gestaltungselemente, die die Gottesdienstfeier bereichern.

Brautleute sollten sich allerdings auch mit dem Gedanken auseinander setzen, dass es eine Gottesdienstordnung gibt, die als Rahmen für einen Traugottesdienst dient. Das ist deshalb wichtig, weil bestimmte Elemente grundsätzlich zu einem lutherischen Gottesdienst gehören:  Gebet, Lied, Lesung, Ansprache, Traubekenntnis und Segen werden von einem Pastor nicht ausgelassen werden. Der Pastor wird den Brautleuten gerne erklären, warum diese Elemente in der Ordnung unserer Kirche feste und unverzichtbare Bestandteile eines Traugottesdienstes sind. 
Die Grundordnung des Gottesdienstes ist auch deshalb wichtig, damit der Pastor den Gottesdienst nicht immer wieder von Neuem erfinden muss. Er kann zurückgreifen auf bewährte Elemente und Formen, mit denen seit Generationen Menschen ihren gemeinsamen Lebensweg angetreten haben. 
Wichtig ist auch, dass Gottesdienste niemals Schauspiele oder eine Art kirchliche Vorführung sind, die man sich als Zuschauer ansehen und die man distanziert bestaunen kann. Wer einen Gottesdienst besucht, wird immer zur Beteiligung eingeladen: beten, singen, hören, denken, Fürbitte halten - alles Elemente eines "lebendigen" Gottesdienstes, der von der anwesenden Gemeinde getragen werden soll. 
Nicht zuletzt deswegen möchten wir in der St.-Johannis-Gemeinde nicht, dass wir Musik vom Band, von einer CD etc. abspielen und hören. Solche Konservenmusik drängt die Gemeinde zu sehr in eine passive, konsumierende Haltung; dies widerspricht dem Charakter und Geist einer Gottesdienstfeier. Wollen Brautleute der Festgesellschaft am Hochzeitstag gerade jenes Lied vorspielen, bei dem sie sich z.B. das erste Mal begegnet sind, dann ist dazu während der anschließenden Feier Gelegenheit. Sehr willkommen sind musikalische Beiträge, die live vorgetragen den Gottesdienst bereichern. Hier gilt: der inhaltliche Anspruch und die Qualität des Beitrags soll dem Charakter des Gottesdienstes entsprechen (z.B. geistliche oder weltlich-klassische Instrumentalmusik, aber auch anspruchvoller Popmusik etc.).  

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