Gottesdienst in Solidarität mit Frauen
9. September 2001
St.-Johannis in Lüchow

  Frauen gestalten einen Gottesdienst nicht nur für Frauen. Wie kommen Licht und Dunkelheit, Stärken und Schwächen, Gelingen und Misslingen zueinander zu stehen? Welche Kraft in uns erlaubt es uns, beides anzunehmen - Licht und Dunkelheit. Woher gewinnen wir den Mut, Dunkelheiten zu überwinden?
  Wie kann das Miteinander von Frauen und Männern gelingen, aber auch das Miteinander von Frauen und Frauen, von Menschen eben?

Und: darf ich die Dunkelheiten meines eigenen Lebens annehmen und vor Gott bringen?

  Lieder, Musik, Gebete - die Gemeinde war eingeladen, in diesem besonderen Gottesdienst der Frage vom Verhältnis der unterschiedlichen Kräfte nachzugehen. Weiblich - männlich - dieses Paar beschreibt einen Ausschnitt der Wechselseitigkeiten des Lebens. Von der Wechselseitigkeit des Lebens findet sich viel in der Bibel: Gut und Böse, Licht und Dunkel, Heil und Zerstört, Himmel und Hölle.
  Weizen und "Unkraut" - gelingendes Leben und Wildwuchs - Jesus findet in seinen Gleichnissen bildreiche Worte, um die Wechselseitigkeit verschiedener Kräfte zu beschreiben. 

 

  Der Vorbereitungskreis hat sogar einen kleinen Gottesdienstchor gegründet.
  Als biblischer Text wird aus dem Matthäusevangelium vorgelesen. "Vom Unkraut unter dem Weizen" -
Matthäus 13,24-30

Das "reine" Leben, unberührt von Scheitern und Misslingen gibt es auch für Jesus nicht. Die guten Kräfte müssen sich sammeln, um ans Licht zu kommen.

  Noch ist der Krug leer. Die Gottesdienstteilnehmer hatten jeder eine Pflanze zum Beginn bekommen. Korn, Disteln, Blumen, Sträucher.  
  Zusammengebracht ergibt alles einen bunten und schönen Strauß.

 Kraut und "Unkraut". Gott hat das Ganze im Blick. Alles ist Teil seiner Schöpfung, mit Licht und Dunkelheit. Menschen orientieren sich in ihrem Leben an seiner Liebe. Und sie gewinnen den Mut, dem Dunkel im eigenen Leben zu begegnen.

  Die Predigt ist in diesem Gottesdienst ein Dialog. Frau nähert sich dem Text an. Da kommt Widerspruch ... "Also, ich muss dazu 'mal 'was sagen ..." Eine Mitglied des Vorbereitungsteams betritt den Chorraum und beginnt mit der Predigerin ein Gespräch.
  "Ich verstehe dich so..., aber meinst nicht, dass ...?"
  Die Gemeinde betet das Fürbittengebet. Es umschließt die Welt. Es bedenkt die guten und bedrohlichen Kräfte in unserem Leben und weist eine Richtung, Gottes Richtung.
  Die Vorbereitungsgruppe freut sich über einen gelungenen Gottesdienst. Die Gemeinde hat angenommen, was in vielen Treffen und Gesprächen vorbereitet worden war.
  Wer will, kann im Gemeindehaus anschließend bei Kaffe und Keksen über das Gehörte sprechen.